
Sommerfest der Volkssolidarität
06/07/2026Geschichten für die Chronik gesucht
Die Gemeinde Rastow begeht im Jahre 2027 ihr 800-jähriges Jubiläum. Gesucht werden Erinnerungen und Materialien (Fotos und Belege) die das Zeitgeschehen betrieblich und /oder privat widerspiegeln.
Im ländlichen Raum gab es im Bereich der Landwirtschaft nach Kriegsende viele strukturelle Änderungen, die den jeweiligen gesellschaftspolitischen Zielen in der DDR folgten. Nach der Bodenreform gab es zunächst die vielen Einzelbauern, es folgten die Kollektivierungen mit Bildung der LPG’n vom Typ 1, 2 und 3 bis hin zur KAP- Kooperative Zusammenschlüsse im Bereich der Pflanzenproduktion und der AIV-Agrarindustrievereinigung. Mit Besorgnis stellte man in der DDR später fest, dass sich mit der Größe der Betriebe die persönliche Bindung der Bauernschaft zum bewirtschafteten Land verringerte.
Im Agrarbereich wurden seit den 1950er Jahren Wettbewerbe zwischen den Genossenschaften und auch den VEG-Volkseigenen Gütern eingeführt, um die Effektivität bei gleichzeitiger Kostensenkung zu verbessern und schaffte materielle Anreize für die Bauern und Bäuerinnen. Man legte auch zunehmend Wert auf die Qualifizierung der Belegschaft und die Leitungskader.
Als Beispiel aus dem Jahre 1962 sei hier der sozialistische Wettbewerb zu Ehren des VI. Parteitags der SED genannt, dem die LPG „Lewitz“ Fahrbinde beitrat und den Zierzowern in einem Brief Wettbewerbstipps gab. Bei Bodenwertzahlen von 18 im Bereich Fahrbinde und 40 im Bereich Zierzow wunderten sich die Fahrbinder, warum sie auf leichterem Boden vergleichsweise bessere (kostengünstigere) Erträge erwirtschafteten. Die Hebung der Bodenfruchtbarkeit, der Zeitpunkt der Winterfurche und der Sauenbedeckung wurden thematisiert. Weil in Fahrbinde die Feldwirtschaft in Ordnung sei, gab es keine Futtersorgen. Als Schwachpunkt sahen die Fahrbinder in Zierzow eine geringe genossenschaftliche Viehhaltung und einen nicht rechtzeitig gebauten Schweinestall. In Fahrbinde stiegen die Tierbestände von 316 Rinder, 180 Kühe, 506 Schweine und 40 Sauen im Jahre 1958 auf 367 Rinder, 198 Kühe, 510 Schweine und 47 Sauen im Jahre 1962. Man behalf sich hinsichtlich der Stallkapazitäten zunächst mit „Schweinepilzen“ und den Ausbau vorhandener Gebäude. Die Fahrbinder waren in der Lage, ohne Kredit zu arbeiten und im Jahre 1962 einen Traktor RS 36 (Typ Famulus, 36 PS), einen Sternradwender, einen Zweischaranbaupflug und zwei Kipphänger anzuschaffen. Für das Jahr 1963 wurden 50.000 DM für Neuanschaffungen eingeplant. „Die Fahrbinder Genossenschaftsbauern bestätigten mit ihrer Arbeit die Feststellung im Programmentwurf der SED: „Im Prozeß der gemeinsamen Arbeit entwickelt sich das sozialistische Bewußtsein der Genossenschaftsbauern, das zu einer aktiven Kraft bei der Festigung der Genossenschaften und der Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion wird.“ (LUP- Z/602 IV, SVZ 27.11.1962).

Im obigen Foto (SVZ/Höhne; LUP Z/602 IV) / Repro: Wolfgang Utecht) sind v.r.n.l. abgebildet: Friedrich Rickmann, Vorsitzender der LPG „Lewitz“ in Fahrbinde, der Bürgermeister Hans Boldt, Alfred Nehls, Josef Proksch, Manfred Duwe und Erwin Boldt.
In Abstimmung mit der Gemeinde Rastow werden Informationen und Materialien / Fotos / Geschichten erbeten an: Wolfgang Utecht, Pulverhof 9, 19077 Rastow

