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26/10/2026
Arbeitseinsatz auf dem Friedhof
03/11/2026800 Jahre Rastow – Weiter Weg zu den Briefkastenanlagen
Die Beförderung von Karten, Briefen, Einschreiben und Päckchen sowie Paketen ist seit unzähligen Jahren Aufgabe der „Briefträger“ der Post, die nach der Wende in der DDR durch private Kurier- und Zustelldienste Konkurrenz erhielt. Entsprechend dem technischen Fortschritt wurde der Transport durch Kutschen und Boten ersetzt durch motorisierte Beförderungen und die Eisenbahn. Die Postdampfer wurden im überregionalen Bereich durch das Flugzeug ersetzt.
In den mecklenburgischen Dörfern hatten die „Briefträger“ viele Jahrzehnte das Fahrrad als Haupttransportmittel mit meist prall gefüllten Posttaschen auf dem Gepäckträger und am Lenker. Bei Wind und Wetter und oftmals schlechten Straßen eine beschwerliche Arbeit. Viele Jahre kam in Pulverhof der Briefträger Franz Drögmöller, der in Uelitz wohnte.
Die Rastower Poststation war über Jahrzehnte in der Uelitzer Straße. Neben dem Leiter der Poststelle Herrn Dieter Hildebrandt, gab es drei Zustellerinnen. Zur Optimierung der Zustellung und Zeiteinsparung führte die DDR-Post nach einer Testphase in Schwerin, ab 1969 auch Zustell- bzw. Briefkastenanlagen in den umliegenden Dörfern von Schwerin ein. Damit wurden Postsendungen (Briefe, Karten und auch Zeitungen sowie Zeitschriften) an zentralen Punkten für die Bevölkerung bereitgestellt. Für die Zusteller verkürzte sich der Wege- und Zeitaufwand, für die Land-Bevölkerung erhöhte sich dieser. Für den Rastower Ortsteil Pulverhof befand sich die „Zustellbriefkastenanlage“ zunächst an der straßenseitigen Grundstücksseite der Bahnhofstraße 23 (Foto der Zustellanlage: „Museumsstiftung Post und Telekommunikation“ Berlin; Foto Standort und Fotomontage: Wolfgang Utecht) und somit in über ein Kilometer Entfernung zum Wohnsitz. Nach Beschwerden wurde der Standort verlegt zum Pulverhofer Forsthof, wo sich heute noch ein Postkasten befindet. Insgesamt wurde Rastow an zahlreichen Punkten mit diesen „Zustellbriefkastenanlagen“ (Bsp. Am Dorfteich, Doppelreihe und Schulstraße) versorgt. Regelmäßig war man damit angehalten, z.B. beim Weg von / zum Bahnhof oder Schule, Kindergarten, Arzt oder dem Einkauf, in den Kasten zu schauen. Der Zusteller hatte einen Schlüssel, um die Deckel der gesamten Anlage zu öffnen und die Fächer, die von Innen mit Namen / Adresse versehen waren, zu befüllen. Außenseitig war unterhalb des Schlosses eine Plakette mit der Nummer des Fachs für den Bürger angebracht. Bekam jemand ein Paket fand der „Kunde“ eine Nachricht im Kasten, um sein Paket in der Poststation in Rastow zu den Schalterstunden, abzuholen.

Foto: WolfgangUtecht StandortRastowfürPulverhofBriefzustellkästenFotomontage
Beitrag: Wolfgang Utecht
Als Alleinhersteller für diese Form der Briefzustellkästen wird 1973 der VEB Ofen- und Heizungsbau Schwerin und 1976 der VEB Keramik Schwerin genannt. Im Produktionsbereich 3 des Betriebes, erhielten die Briefzustellkästen ihren letzten Schliff, also Farbe und Schlösser. Diese Abteilung befand sich in Dümmer, wo die vormontierten Briefzustellkästen gespritzt und die Schlösser eingebaut wurden. Grundlage der Kästen war Zinkblech, daher erfolgte zunächst eine Reinigung mittels 4-maligen Eintauchens, dann ein mehrfaches Spritzen mit Farbe und dann die Erhitzung in einer Ofenkammer. Die „Spritzer“ mussten zunächst die Kästen per Hand bewegen, später erleichterte eine Hängevorrichtung die Arbeit mit den ca. 20-Kilogramm schweren Kästen, die jeweils 5 Boxen beinhalteten. Allein im Jahre 1976 sollten 15.000 Stück produziert werden, die in der ganzen DDR-Abnehmer fanden.
Bis etwa Mitte der 1990er Jahre wurden die Briefzustellanlagen auf dem Lande zurückgebaut.

