
Aus einer Unfallquelle wurde ein modernes Schwimmbecken
24/09/2026POS „Werner Seelenbinder“ Rastow
Das Gebäude der Polytechnische Oberschule – POS – Rastow (heute: Dr.-Ernst-Alban-Schule) in der Schulstraße, wurde am 01.09.1975 seiner Bestimmung übergeben. Restarbeiten im Schulumfeld und im Gebäude wurden in den folgenden Wochen abgearbeitet. Bereits in der Baustabsitzung vom 29. September 1975 wurde durch den anwesenden Vertreter des Rates des Kreises – Abteilung Volksbildung – Kurt Januschkewitz mitgeteilt, dass die Schule den Namen „Werner Seelenbinder“ verliehen bekommen wird. Am 10.12.1975 wurde durch den Rat des Kreises die Namensgebung bestätigt. Es war ein Vertrag mit dem Künstler Stefan Thomas (geb. 01.02.1932 in Tilsit – 07.02.2025) abzuschließen, der eine Stele aus (Beton) mit dem Antlitz des Werner Seeelenbinder erarbeiten sollte. Ursprünglich war ein Vertrag dieser Stele für die Schule in Brüsewitz vorgesehen. Für die künstlerische Betreuung des Rastower Schulneubaus war der seit 1971 in Gädebehn beheimatete Winfried Wolk, Maler und Grafiker verantwortlich. Er hielt lt. Wikipedia später u.a. Vorlesungen an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (1996), war von 1997 bis 2000 Dozent an der DEKRA-Akademie in Stralsund und 2001 bis 2007als Dozent für Naturstudium und digitale Medien an der Design-Schule Schwerin tätig.

Im Foto (Foto: Karl-Heinz Höfs; Repro: Wolfgang Utecht) ist die Errichtung der Werner-Seelenbinder-Stele in Rastow im April 1976 abgebildet. Am 21. April, dem 30. Jahrestag der Gründung der SED, fand die Namensgebung im Beisein zahlreicher Vertreter des Rastower Gemeindeverbandes durch den Vorsitzenden des Rates des Kreises Alfred Meyer statt.
Werner Seelenbinder (geb. 02.08.1904 in Stettin) war ein deutscher Arbeitersportler, Kämpfer gegen Krieg und Faschismus und trat für Frieden und Völkerverständigung ein. Er war seit 1928 Mitglied der KPD – Kommunistische Partei Deutschlands und in den 1930er Jahren Mitglied der kommunistischen Widerstandsgruppe um Robert Uhrig in Berlin. Seine sportlichen Kontakte und Reisen nutzte er für den Aufbau eines Netzwerkes von Widerstandsgruppen, schmuggelte geheimes Material und berichtete im Ausland über die Zustände in Deutschland. Im Jahre 1942 wurde er im Zuge der Ermittlungen gegen die Uhrig-Gruppe durch die Geheime Staatspolizei (Gestapo) verhaftet, vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und später nach Ablehnung mehrerer Gnadengesuche im Zuchthaus Brandenburg-Göhrden am 24.10.1944 hingerichtet. Er war u.a. 6x deutscher Meister im Ringen (Halbschwergewicht, im Zeitraum von 1933 bis 1941) und errang Platz 4 bei den Olympischen Spielen von 1936 in Berlin.
In unmittelbarer Nähe des Schweriner Sportgymnasiums findet sich heute noch eine von Stefan Thomas geschaffene Gedenk-Stele des „Werner Seelenbinder“ (1975). Dieses Gymnasium ging aus der ehemaligen KJS – Kreis-, Kinder- und Jugendsportschule hervor.
Werner Seelenbinder wurde am 06. Mai 2008 in die „Hall of Fame des deutschen Sports“ aufgenommen, „…eine virtuelle Stätte zur Ehrung deutscher Sportler sowie von Persönlichkeiten des Sports im ehrenamtlichen Bereich, Mäzenen und anderen Personen, die durch Leistung, Fairplay und Miteinander Vorbild geworden sind…“ (wikipedia) Initiiert wurde die „Hall of Fame des deutschen Sports“ durch die Deutsche Sporthilfe und dient „…der Erinnerung an Menschen, die durch ihren Erfolg im Wettkampf oder durch ihren Einsatz für Sport und Gesellschaft Geschichte geschrieben haben. Dazu gehören Athleten und Trainer ebenso wie Funktionäre und Gestalter“. (wikipedia, s.a. https://www.hall-of-fame-sport.de) Einen dauerhaften Platz hat die „Hall of Fame des deutschen Sports“ mittlerweile im Sport- und Seminarzentrum in Altenkirchen (Westerwald). Zahlreiche Straßen und Bauwerke in Deutschland wie Schulen, Turnhallen oder Sportplätze, tragen auch heute seinen Namen.
Wolfgang Utecht

